Gelesen: Hacking Work Breaking Stupid Rules For Smart Results.

Veröffentlicht am 08.08.2013.

Business is broken. We all know it, even if we’re scared to admit it. Most of us feel screwed, and many of us feel helpless to change it. We have become slaves to our infrastructure— to business’s controlling tools, procedures, and mandates. Something’s got to give. Something already has.

Was anmutet wie ein früher Werbefilm von Apple, sind die Geleitworte in das erste Kapitel von „Hacking Work: Breaking Stupid Rules For Smart Results“ (ISBN: 159184357X). Die beiden Autoren, Bill Jensen und Josh Klein, beide Kinder der Generation X (Als Generation X bezeichnet man in der Soziologie die Generation nach den Babyboomern, also die Geburtsjahrgänge von den frühen 60ern bis in die frühen 80er), zeichnen darin ein düsteres Bild von bösen Unternehmen, die -so die Kernaussage- Prozesse und Strukturen aufgebaut haben, die vornehmlich dem Selbsterhalt des Systems dienen, und nicht dem Arbeitnehmer dabei helfen, seine Arbeit möglichst effizient zu erledigen. Gefordert wird, die Ideen der Co-Creation, bei der Produkte in enger Zusammenarbeit mit dem Kunden auf dessen wahre Bedürfnisse zugeschnitten wird, auf den modernen Arbeitsplatz von morgen zu übertragen. Also eine Art „user-centered-design“. Und da die Bosse von gestern diese Bedürfnisse nicht von sich aus stillen werden, wird der geneigte Leser ermuntert die Bedingungen seines Arbeitsplatz selbst zu hacken, also durch mehr oder weniger starke Grenzübertritte für sich und andere zu verbessern. Die Autoren unterscheiden dabei zwischen Hard und Soft Hacks. Erste sind technische Hilfsmittel wie die Verwendung von USB-Sticks oder Google Drive, um geschützte Dateien übers Wochenende mit nach hause zu nehmen. Letztere beschreiben mikropolitische Strukturen, die dazu genutzt werden, Entscheidungsprozesse zu eigenen Gunsten zu beeinflussen.

So innovativ und richtig diese Erkenntnis auch scheinen mag – sie bietet leider nicht genug Schwung, um sie über 200 Seiten zu tragen. Was bei Sicherheitsbeauftragten sicher zu besorgten bis verärgerten Mienen sorgt, brachte mich, als Kind der Generation Y (Die Generation Y sind die ab den frühen 80ern und später geborenen) zunehmend zum Gähnen. Wer bereits weiß, wie man einen USB-Stick oder Google Drive nutzt (und dies vielleicht sogar schon mal verbotenerweise auf der Arbeit getan hat) mag getrost nach dem Vorwort direkt zu Sektion 4 des Buches springen, in der die „großen 5 Ideen“ einer verbesserten Arbeitskultur formuliert werden:

„User-centered Design“ soll vom Kunden auf den Mitarbeiter übertragen werden. Sprich: Der Arbeitsplatz soll sich dem Arbeiter anpassen und nicht umgekehrt. Das „Return on Investment“ wird auf den Arbeitnehmer übertragen. Investiert wird die Arbeitszeit, erwartet werden optimierte Ergebnisse.
Individuelle Mitarbeiterschulung und Weiterbildung statt durchschnittlicher Massenveranstaltungen.
Flache soziale Strukturen wie in Social Networks statt starrer Hierarchien.
Transparente Kommunikationswege vom Kunden hin zu dem Angestellten, der die Probleme wirklich lösen kann.

Fazit: Ein längerer Blog-Post oder ein Booklet hätten dem Stoff auch ein ausreichendes Forum geboten. Aber das wäre wohl aus monetärer Sicht nicht so attraktiv gewesen. Wer sich darüber hinaus selbst ein Bild machen möchte, findet auf der Website der Autoren die ersten 4 Kapitel zum Probelesen.

Tilman Moser

Hejdå! Jag är Tilman Moser.

Ich bin Management Berater in der IT Branche.

Im wahren Leben bin ich Vater, Ehemann, Gewicht reduzierender Freizeit-Sportler, Hobby-Linux-Admin und Programmierer. Ich interessiere mich für Darts, Whiskey und Skandinavien.

Auf dieser Seite schreibe ich Dinge auf, die ich sonst wahrscheinlich wieder vergesse. Manches davon ist vielleicht auch für andere interessant... :-)